Dabei ging es mir nie ums Abnehmen, sondern sich im Körper wohl fühlen und ihn nicht hassen. Das konnte ich aber nur mit Sport und einem gesünderen Lebensstil erreichen. Die Abnahme war eine natürliche Folge davon. Ich war damals sehr gut im Essen und Gefühle verstecken, selbst Freunde oder mein Freund haben davon nichts mitbekommen, aber ich war sehr frustriert. Es war eine Menge Arbeit und ich wiederhole mich, aber es hat sich sehr gelohnt, für sich und seinen Körper und das Wohlbefinden zu kämpfen. Ich bin jetzt viel glücklicher und fühle mich "angekommen", auch wenn ich noch keine Kleidergröße 38 trage. Ich fühle ich wohler am Strand, in der Dusche, beim Yoga. Ich bin so gebaut, das bin ich und das ist schön. Der Mensch im Spiegel ist kein Endgegner, er ist der beste Freund, den man haben kann, kein Feind. Deswegen habe ich auch viele Pausen gemacht, weil ich so sehr mit mir selber beschäftigt war, niemanden sehen wollte, viele Bücher gelesen habe und mich reflektiert habe.

Ist es nicht absurd, dass das eigene Aussehen uns so arg beschäftigt und teilweise Unsicherheiten grundlos hervorruft? Das Aussehen, für welches wir teilweise gar nichts können? Jeder hat seine Stärken und Schwächen und es ist wichtig, sich nicht zu verstecken, sich nicht zu verstellen und jemand anderes sein zu wollen. Been there, done that. Man wollte unbedingt besser, schöner, toller sein und hat aber sein wirkliches Ich vergraben, teilweise mit Füssen getreten statt an sich zu arbeiten, mit dem, was man hat und das Beste daraus zu machen.Obwohl ich ein sehr positiver und lebensfroher Mensch bin, fiel es mir enorm schwer, an mich selber zu glauben und zu sagen, was ich wirklich denke, wie ich mich wirklich fühle. Und irgendwann wacht man auf und denkt sich "ich kann nicht mehr." - man sucht sich Hilfe und fängt an, alles umzudrehen, sich von negativen Menschen im Leben zu befreien, alle Entscheidungen zu überdenken und Stück für Stück blüht man wieder auf.

Das klingt leichter als es ist, dabei ist es echt schwer, dahin zu kommen, wo ich jetzt bin. Ich will euch nichts vormachen, ich habe Jahre gebraucht. Das meiste passiert im Kopf und hat nichts mit einer Kleidergröße oder Gewicht zu tun. Eine Ashley Graham hat einen Hintern, große Oberweite, aber genauso eine große Klappe, ein noch größeres Selbstbewusstsein und warum? Weil sie mit jeder Pore schreit "ICH LIEBE MICH! ICH BIN TOLL!". Was hindert denn uns daran, das gleiche zu denken? Sie ist auch nur ein Mensch, wie ich und du. Gemüse, Obst, Blumen kommen auch in den unterschiedlichsten Formen, sind wunderschön und sind auf ihre eigene Art und Weise perfekt. Auch eine nicht so hübsche Süsskartoffel schmeckt doch wunderbar!

Falls ihr euch glücklich und wohl fühlt, super! Verliert nie dieses Gefühl und haltet daran fest und unterstützt andere, denen es nicht so gut geht! Falls nicht, dann ändert was! Seid nett zu eurem Körper! Liebt ihn, pflegt ihn. Er ist euer Tempel, tut ihm was Gutes! Ernährt euch gesund, macht Yoga, geht wandern.

Ich bin der lebende Beweis dafür, dass man aus dieser Misere herauskommen kann. Ganz ehrlich, es interessiert keinen, wie ihr im Gym ausseht, jeder ist mit sich selber beschäftigt. Keiner erwartet doch perfekte Körper in einem Fitnesssaal! Auch am Strand kümmert es bestimmt keinen wie ihr im Bikini ausseht. Im Kopf machen wir manche Probleme größer, als sie wirklich sind. Und wenn ein blöder Kommentar kommen sollte, dann seid froh, dass ihr nicht so oberflächlich seid.

Auch Rückschläge sind menschlich, aber man sollte ihnen nicht zu viel Beachtung schenken, sondern einfach nach vorne schauen und weitermachen. Ausnahmen sind völlig normal, nur dürfen sie nicht zur Regel werden. Ein sehr simpler Trick hat mir geholfen, eine bessere Verbindung zu meinem Körper aufzubauen und ihn wertzuschätzen - und das habe ich hier schon öfters am Blog erwähnt: ihn nach dem Duschen oder vorm Schlafengehen einzucremen. Ihm Gutes tun, eine Trockenbürste zu verwenden und zu sehen, zu was er eigentlich fähig ist, beim Yoga zum Beispiel. Ich wünschte, jemand hätte mich damals an der Hand genommen und mich früher schon unterstützt, denn aufgrund von zum Beispiel perfekten Instagram-Feeds oder Models in der Zeitschrift ist es sehr leicht, Selbstzweifel zu entwickeln.

Ich bin stolz und fühle mich sehr geehrt, Teil der Aktion zu sein, die das Dove Projekt für mehr Selbstwertgefühl und BIPA gemeinsam ins Leben gerufen haben. Mit jedem Kauf werden vom 30.10. bis 30.11. 2017 für jedes bei BIPA verkaufte Dove und Dove MEN+CARE Produkt jeweils 5 Cent zur Unterstützung von selbstbewusstseinsfördernden Workshops in Österreich aufgewendet. So können BIPA-Konsumenten mit jedem Kauf Stärke schenken. Ist das nicht schön? Dass unsere jüngere Generation schneller aus, oder erst gar nicht in diesen Selbstzweifel-Teufelskreis kommt. Ich finde das fantastisch und unterstützte es sehr gerne sehr gerne, indem ich auf die Aktion aufmerksam mache! Danke für eure Unterstützung!

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