Wie alt waren Eure Kinder als ihr in Karenz gegangen seid?


MICHAEL: Meine Tochter Klara ist gerade ein Jahr alt geworden.

MATHIAS: Bei mir war es genauso. Elias war ein Jahr alt. Er hat jedoch auch eine um zwei Jahre ältere Schwester.


Wie hat euer Umfeld reagiert?


MICHAEL: Die Reaktionen waren durchwegs positiv. Vor allem die ältere Generation war begeistert. Es ist schließlich noch gar nicht so lange her, dass ein Mann mit Kinderwagen komisch angesehen wurde.


Was war die Reaktion des Arbeitgebers?


MATHIAS: Michael und ich arbeiten ja beide bei BIPA und es war überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, von Seiten des Unternehmens haben wir jede nur erdenkliche Unterstützung bekommen. Ich habe mich dafür entschieden, während meiner zweimonatigen Karenz einen Tag pro Woche in die Arbeit zu kommen. Das hat den Wiedereinstieg natürlich sehr erleichtert.

Gab es besondere Momente?


MATHIAS: Zu viele, um sie alle zu nennen. Diese zwei Monate waren einfach eine unbezahlbare Zeit. Wir waren zum Beispiel während meiner Karenz auf Skiurlaub und Elias hat es geliebt, im Schnee herumzukrabbeln, während seine ältere Schwester zum ersten Mal auf Skiern gestanden ist. Das war ein wirklich schönes Erlebnis, das wir als Familie teilen konnten.

MICHAEL: Ja, ich habe Klaras erste Schritte mitbekommen. Das ist schon etwas, das ich sicher nie vergessen werde und auch nur aufgrund meiner Karenz live miterleben konnte. Denn während man arbeitet, sieht man meist nur am Wochenende, welchen Sprung das eigene Kind wieder gemacht hat und verpasst die kleinen Entwicklungsschritte, die von einem Tag auf den andern passieren.

Habt ihr währenddessen vermehrt Haushaltsarbeiten übernommen?


MATHIAS: Meine Freundin und ich haben uns die Hausarbeit immer schon aufgeteilt. Aber natürlich konnte ich während meiner Karenz zusätzliche Aufgaben im Haushalt übernehmen.

Wie gelang der Wiedereinstieg in den Job?


MATHIAS: Ich war zwar wehmütig, nicht mehr jede Minute mit den Kindern verbringen zu können. Aber abgesehen davon verlief der Wiedereinstieg absolut reibungslos.

MICHAEL: Auch bei mir hat alles problemlos funktioniert. Aber es war schon eine große Umstellung. Es war schließlich eine wirklich schöne Zeit. Und an so etwas gewöhnt man sich immer schnell.


Würdet ihr wieder in Karenz gehen?


MATHIAS: Auf jeden Fall. In dem Alter entwickeln sich die Kinder einfach so schnell und wenn man das nicht mitbekommt, ist das extrem schade.

MICHAEL: Ich würde es auch sofort wieder machen.

Habt ihr einen anderen Blick dafür bekommen, was Mütter bisher immer alleine geleistet haben?


MATHIAS: Definitiv! Kinder großzuziehen ist einfach eine Riesenherausforderung.


Das Durchbrechen klassischer Geschlechterrollen ist BIPA ein großes Anliegen. In der aktuellen Kampagne „Weil ich ein Mädchen bin“ werden deshalb selbstbestimmte Frauen und Männer gezeigt, die sich nicht an vorgegebenen Rollenbildern orientieren, sondern ihr Leben genau so leben, wie sie es möchten.

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